Ruby Ruby Ruby – 1. Rennrad: Specialized Ruby Sport

Als ich mit dem Radsport anfing, kaufte ich mir ein Rad bei einem bekanntem Sport"fach"geschäft. Damit war ich nicht lange glücklich, die Reifen waren schnell hinüber und es musste ständig gewartet werden.

 

Mein zweites Rad war dann ein Mountainbike von KTM in der unteren Preisklasse, mit dem ich schon mehr Freude hatte. Immerhin hatte ich damit nur einmal einen Platten. Komplett vollbepackt mit Ausrüstung, Fahrradkorb und Rucksack schob ich das Teil dann die Berge Österreichs hoch. Ja richtig: schob, nicht fuhr. Jeder der schon mal versucht hat, mit einem über 20 kg schweren Fahrrad einen Berg hochzufahren, weiß, wovon ich rede. Natürlich kann man das trainieren, die Frage ist, ob man (speziell als Frau) die Veranlagung und die Lust dazu hat. Falls man sich kein E-Mountainbike leisten kann ist das auf Dauer frustrierend.

 

Die Freude mit dem MB bezog sich eher auf die Strecken die ich auch mit einem Rennrad geschafft hätte, weil ich unglaublich gerne schnell und ausdauernd fahre. Weshalb sich dann langsam der Gedanke an ein Rennrad einschlich, aber damit kann man doch nur auf glatten Straßen fahren... oder nicht?

 

Die Marke Specialized hat mit dem "Diverge" kürzlich ein Rad auf den Markt gebracht, das beides vereint und mich dadurch auf den Plan gebracht.

 

Nach reichlicher Überlegung und langer Suche ist es dann ein

Specialized Ruby SL4 Sport – Rim Brake

geworden, ein speziell für Frauen entwickeltes Rennrad mit maximalem Komfort für ausdauerndes Fahren.

 

 

Achtung! Fachgesimpel:

 

Das Ruby hat, wie die männliche Ausführung das Roubaix, einen Carbon Rahmen und Zertz-Einsätze die es geschmeidig über jeden Untergrund gleiten lassen. Der direkte Vergleich mit einem Aluminium-Modell hat mir bestätigt: Das Ruby gleicht alle Unregelmäßigkeiten auf schlechten Radwegen aus, wogegen man bei dem Alu-Modell deutlich abgebremst und durchgeschüttelt wird. Offroad Straßen würde ich zwar nicht empfehlen, dafür wäre dann das Diverge perfekt, aber über Schotterstraßen und Pflastersteine fährt es geschmeidig und schnell.

Erste Eindrücke

 

Erworben habe ich das Rad beim Specialized Händler Mountainbiker am See in Weiden am Neusiedler See wo ich auch einige andere Modelle probefahren konnte. Vom Verkäufer wurde mir übrigens eine Rahmengröße kleiner empfohlen als in der Maßtabelle angegeben, da ich kurze Arm- und Beinlänge habe, was sich als richtige Entscheidung herausgestellt hat.

 

 

Es hat nicht lange gedauert da war mein Ruby abholbereit. Schnell mal eine Runde probegefahren dann ging es schon zum Fitting der Klickschuhe.

 

Die waren schnell gefunden, hier kamen auch nur die Originalschuhe in Frage.

Beim Montieren der Look Klickpedale (Einsteigermodell) gab mir der Verkäufer dann noch den Tipp, daheim erstmal längere Zeit das Einklicken der Schuhe zu üben... was ich dann auch als erstes gemacht habe.

 

Klicken üben....
Klicken üben....

Der erste Eindruck war, dass es nicht so einfach ist wie gedacht. Man klickt sich mit dem Schuh wie in eine Skibindung und bekommt es nur ruckartig wieder gelöst, in dem man den Schuh rückwärts zur Seite dreht. Mir kam es relativ schwierig vor am Anfang.

 

Ich steige üblicherweise mit dem rechten Bein zuerst aufs Rad und benutze den linken als Standbein. Auf die Aufforderung meiner Familie hin, doch mal den linken Fuß zuerst einzuklicken, konnte ich plötzlich mein Gleichgewicht nicht mehr halten. Ich fiel um wie ein Stein, das brachte mir eine ordentliche Schürfwunde... und viel schlimmer: Einen Makel am Lenkrad! :(

 

Fazit: Üben nur auf weichem Untergrund und bloß nie das Standbein zuerst einklicken.

 

Überraschenderweise war das Fahren mit Klickpedalen an sich dann easy. Es hat sogar von Anfang an Spaß gemacht und die Investition hat sich definitiv gelohnt. Man fährt viel ausgeglichener mit Klickpedalen, da man nicht nur die Pedale drückt sondern gleichzeitig mit dem anderen Bein daran zieht, dadurch benutzt man auch andere Muskeln als bei normalen Pedalen.

 

Bevor man stehen bleibt muss man natürlich daran denken und ein Bein (bei mir das linke Standbein) ausklicken, aber das funktionierte von Anfang an sehr gut bei mir, selbst in Stresssituationen.

 

Die ersten längeren Fahrten waren dann unbeschreiblich, Rennradfahren macht einfach dermaßen viel Spaß. Jetzt verstehe ich auch, warum Rennradfahrer zu einer schlankeren Linie neigen als Mountainbiker, das ist pures Adrenalin und Konditionstraining. Man kommt in viel kürzerer Zeit von A nach B ohne viel Kraftaufwand aber mit viel Ausdauer. Nach einer halben Stunde Mountainbiken bergauf bin ich erledigt, wobei ich ohne Probleme mehrere Stunden am Rennrad verbringen kann. Außerdem ist der Wohlfühlfaktor viel höher, das Rad wiegt geschätzte 7 Kilo (das ist nichts!) und ist sehr wendig, wodurch ich mich sicher fühle.

 

Klare Weiterempfehlung!

 

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